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ITAFORUM 2011: Wie wollen wir leben? In digitalen Welten. In urbanen Räumen. In Arbeitswelten.

„Wie wollen wir leben?“ – diese Frage diskutierten rund 120 Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft auf dem ITAFORUM 2011. Im Mittelpunkt standen digitale Welten, urbane Räumen und Arbeitswelten. Anhand ausgewählter Projektbeispiele stellte das ITAFORUM 2011 die Frage nach nachhaltigen Lebensstilen, nach zukunftsfähigem Leben und Arbeiten. Veranstalter des ITAFORUM ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Fachkonferenz fand am 3. und 4. November in Berlin statt.

Dr. Susanna Schmidt, Abteilungsleiterin für Strategien und Grundsatzfragen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eröffnete das ITAFORUM. Um die Frage beantworten zu können, wie wir leben wollen, müssten wichtige Fragen identifiziert, in der Öffentlichkeit diskutiert und schließlich in Entscheidungen umgesetzt werden. Das ist die Aufgabe der Innovations- und Technikanalyse, erläuterte Schmidt. Nicht das, was technisch möglich ist, sondern wie wir die Zukunft gestalten wollen – darum geht es.

Das ITAFORUM hat Tradition. Es steht für einen abwägenden, interdisziplinären Diskurs, der Chancen und Risiken von Technologien gleichermaßen berücksichtigt und Wechselwirkungen zwischen Technik, Innovation und Gesellschaft untersucht. Den thematischen Einstieg gab ein Streitgespräch zwischen Karin Frick (Gottlieb Duttweiler Institut) und padeluun, Netzaktivist und Sachverständiger der Enquete-Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“. IT-Technologie ist im Gegensatz zu mechanischer Technik nie neutral, die Möglichkeiten der Manipulation stets gegeben, erläuterte padeluun an mehreren Beispielen. Karin Frick sah diese Gefahr zwar auch, betonte aber auch die Errungenschaften durch Technik, beispielsweise im Bereich medizinischer Fortschritte. Einig waren sich beide, dass gerade im Bereich digitaler Daten Alternativen notwendig sind. Sie diskutierten die Möglichkeiten einer digitalen „Infrastruktur der Gemeinschaft“, die nicht durch kommerzielle Interessen gesteuert wird, sondern dem Allgemeinwohl dienen.

Prof. Dr. Horst Zuse, dessen Vater den ersten funktionsfähigen programmierbaren Computer der Welt baute, schloss in seinem Vortrag hier an. Er erläuterte, dass es bei der Informatik nicht um Computer geht, sondern vielmehr um die „Modellierung von Vorgängen in der Realität“. Vor allem in Bereich der Genforschung, Aidsforschung oder Grippeforschung sind erhebliche Fortschritte durch IT-Technik erzielt worden.

In sechs Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmer die Fachdiskussionen und präsentierten die Ergebnisse im Plenum. Als übergreifende Trends, die zukünftig an Bedeutung gewinnen werden, kristallisierten sich insbesondere Informations- und Kommunikationstechnologien, Partizipationsmöglichkeiten und Nachhaltigkeit heraus.

Diese Aspekte griff das Schlusspanel auf. Zentrale Fragestellungen, die als Aufgabe künftiger ITA-Forschung identifiziert wurden, waren beispielsweise: Wie können Nutzer in Innovationsprozesse stärker eingebunden werden können? Wo gibt es Schnittstellen zwischen technologiezentrierten Entwicklungen und Partizipation? Wie setzen wir den Menschen in den Mittelpunkt? Was wollen wir erzielen und was nicht, und wie kann Technik uns dabei unterstützen?

Zum Abschluss der Veranstaltung verabschiedete Julia M. Kundermann vom BMBF die Teilnehmer und dankte allen, die am gemeinsamen Prozess teilnahmen, viele Anregungen lieferten und das ITAFORUM 2011 zu einem vollen Erfolg gemacht haben.


Dr. Susanna Schmidt, BMBF
Streitgespräch
Impressionen aus den AGs