Arbeitsgruppe 1: Was wird uns morgen prägen?
Modellbildung und Simulation prägen unser Bild der Wirklichkeit und ihre Ergebnisse sind oft Grundlagen politischer oder gesellschaftlicher Entscheidungen – sei es bei der Berechnung der Folgen des Klimawandels, sei es bei virtuellen Entwürfen von zukünftigen Produkten. Anhand von Modellen und Simulationen versuchen wir, Wirkungszusammenhänge zu erkennen, nachvollziehbar und planbar zu machen. Da Modelle und Simulationen jedoch unvollständige Reproduktionen sind, können sie nicht alle Einflussfaktoren abbilden. Welche Folgen hat das für uns als Bürgerinnen und Bürger, was bedeutet dies für das Verhältnis von Mensch, Technik, Politik, Gesellschaft und Innovation?
Impulsvorträge
Vom Akteur zum Agenten – Innovationsprozesse in der virtuellen Gesellschaft
Agentenbasierte Modelle eigenen sich Innovationsprozesse zu modellieren und Diffusionsentwicklungen abzuschätzen. Die Relevanz psychologisch und empirisch fundierter Entscheidungsstrukturen wurden in bisherigen Diffusionsmodellen nicht angemessen berücksichtigt. Welchen Grad der Detailgenauigkeit sollten Modelle aufweisen? Welche Verfahren eignen sich die Aussagekraft von Simulationen zu verbessern?
Ingo Wolf, Freie Universität Berlin
, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung - Institut Futur
Modelle und Simulationen und ihre Grenzen
Technische Systeme beruhen zunehmend auf Modellen und Simulationen. Diese bilden die Funktionslogik einer in der Regel begrenzten Zahl von Einflussfaktoren eines Systems ab. Daher müssen bei der Modellierung immer wieder Grenzen gezogen und Übersetzungen vorgenommen werden. U.a. möchten wir diskutieren, was das für uns angesichts immer dichterer technischer Umgebungen bedeutet und wie Erkenntnisse aus Geistes- und Technikwissenschaften gemeinsam weiterentwickelt werden können
Dr. Philine Warnke, Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Gespräch mit und philosophischen Kommentaren von
Prof. Dr. Christoph Hubig, Lehrstuhl für Philosophie der wissenschaftlich-technischen Kultur, Technische Universität Darmstadt
Diskussionsfragen
Welcher Grad der Vereinfachung ist wann sinnvoll und wann ist ein hoher Komplexitätsgrad der Modellierung unumgänglich?
Modellierung und Simulation prägen unser Bild einer vermeintlichen Realität. Welche Möglichkeiten der Überprüfung solcher Wirklichkeitsvorstellungen sollten eingezogen werden, um eventuellen Irrtum aufzuspüren statt diesen mit der Weiterentwicklung des Modells zu perpetuieren?
Höhere Komplexitätsgrade auf der Basis falscher Annahmen bringen keinen höheren Nutzen. Sollte es eine etablierte Methode zur kontinuierlichen Überprüfung der eingeflossenen Paradigmen von modelliererunabhängigen Forschungsgruppen geben?
Halten sich der Vorteil eines Informationsangebots und der Nachteil einer möglicherweise zu stark vereinfachten Darstellung komplexer Sachverhalten die Waage?
Wie verändert sich durch die mediale Darstellung komplexer Systeme das Verständnis von realen Sachverhalten? Verfestigt sich auf diese Weise ein mechanistisches weil abbildbares Verständnis von der Welt?
Moderation: Jörn Hartwig, D-LABS GmbH

